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Rennbericht Zolder

Rennbericht zum Zolder Grand Prix 2013 von Markus Weidenbach (Driver Triumph TR8, #86) aus persönlicher Sicht

Vollgas-Bremse-Vollgas-Bremse => Zolder

Nur zwei Wochen nach dem Rennen in Spa stand im Rennkalender der Grand Prix "50 years" in Zolder. Die Vorbereitungszeit für die Reparaturen an den TRs war damit sehr kurz und wie andere habe auch ich noch bis zum letzten Abend an meinem Triumph TR8 geschraubt. Durch die anstrengende Arbeitswoche und die Anreise am Freitagabend nach dem Job, waren Sarah und ich entsprechend müde bei der Einfahrt ins Fahrerlager. Ich saß noch hinterm Lenkrad als Christoph Forell mich mit den Worten empfing:"... du schreibst bis Mittwoch den Rennbericht!" Bis zum nächsten Rennen in Assen sind es wieder nur zwei Wochen und jetzt darf ich noch einen Bericht schreiben, na super :-)

Der Grand Prix in Zolder wurde anlässlich des 50. Geburtstag der Rennstrecke veranstaltet und so gab es sehr abwechslungsreiche Rennen zu sehen. Formel 1 Rennboliden der letzten Jahre, 2-Takt Motorräder und natürlich die Triumph Competition (TC) waren am Start.

Für die TC ging es nach der Technischen Abnahme am Samstagmorgen und dem Qualifying um 13:00 Uhr ohne Stress los. Im 20 minütigen Qualifying gab es viele Ausfälle und so war nach gut 10 Minuten Fahrzeit jede zweite Kurve reifenschonend eingeölt. Für mich als Rookie in der TC war es auch der erste Start in Zolder und leider hatte ich wie schon in Spa mit Bremsproblemen zu kämpfen. Natürlich hatte ich die zwei Wochen seit dem letzten Rennen für Verbesserungen an der Bremsanlage genutzt, aber wirklich besser wurde es erst im zweiten Rennlauf nach Gesprächen mit den "alten Hasen" der TC. Außer einigen Tipps zur Verbesserung an der Technik wurde mir nach den Gesprächen klar, dass ich die Bremse wohl einfach auch etwas gefühlvoller dosieren und besser übers Rennen einteilen muss.

Leider gab es nach dem Qualifying schon die ersten Fahrzeuge, die für die Rennen nicht mehr zu reparieren waren, obwohl das Team Red Baron das ganze Wochenende mehrfach zwischen der Rennstrecke und Werkstatt pendelte, um Ersatzteile herbei zu schaffen. Ohne diese Unterstützung hätten einige bei den Rennen am Sonntag nicht an den Start gehen können. So wurde die Zeit zwischen den Läufen unter anderem genutzt zum Kühlerwechsel, um Ölpumpen-Antriebe zu reparieren oder einfach nur zum Schrauben festziehen ;-)

Samstagabend gab es im Zelt von Red Baron ein leckeres drei Gänge Menü mit Bedienung am Tisch! Einige nutzten den gemütlichen Abend zur Weinprobe und wir saßen lange zum Fachsimpeln über Technik und die Renntaktik für Sonntag zusammen.

Danke an alle im Team Red Baron, die sich immer wie selbstverständlich um die gesamte TC-Familie kümmerten!

Unser erstes Rennen am Sonntagmorgen war erst um 11:00 Uhr und so konnten wir Dank der "motor silence" im Fahrerlager sogar bis 10:00 ausschlafen. Das 30 minütige Rennen nach einem stehenden Start verlief für mich als Neuling mit dem 12. Platz recht zufrieden stellend. Christian Marx musste leider mangels Öldruck den Triumph TR4 sicherheitshalber abstellen und so gewann Paul Conway mit seinem Morgan +8 vor Marcel van Mulders im Triumph TR3 und Mario Neumann mit seinem Rusty (TR250).

Das zweite Rennen wurde erst um 18:00 Uhr gestartet und es blieb genug Zeit, um den Formelfahrzeugen zuzuschauen und vor allem zuzuhören! Unser Platz im Fahrerlager war nur wenige Meter von der Strecke entfernt nach einer Kurve, aus der voll beschleunigt wurde, dementsprechend war die Lautstärke der Boliden.

Nach einem halb verpennten Start des zweiten Laufes konnte ich bis Mitte des Rennens an den schnelleren vor mir dran bleiben, bis ich beim Versuch die Kupplung zu treten, kein Kupplungspedal im Fußraum fand. Die Stange zwischen Pedal und Kupplungsgeber hatte sich gelöst und wurde nur durch die Gummiabdeckung am Geber gehalten. So zog sich das Pedal durch die Rückzugsfeder weit nach oben unters Armaturenbrett. Vorsichtig und mit viel Glück gelang es mir, das Pedal während der Fahrt in die Normalposition zu treten. Mit dem Fuß leicht auf dem Pedal konnte ich das Rennen weiterfahren und auch kuppeln.

Verunsichert durch die Probleme und mit den Gedanken schon bei der Reparatur, verlor ich den Anschluss an die Vordermänner und meine Verfolger tauchten plötzlich wieder im Rückspiegel auf.

Einen weiteren Schreck jagte mir Mario ein, den ich Ende der Geraden in der Spitzkehre tief im Kiesbett eingegraben sah. Noch kurz vor dem Rennen hatte er Rusty wegen seiner Zuverlässigkeit gelobt und das musste natürlich sofort mit einem Totalausfall der Bremse bestraft werden. Nach einigen Minuten gelang es ihm mit Hilfe der Marschalls aus dem Kies zu kommen und er fuhr das Rennen nur gebremst mit der Handbremse, eingeklemmt im Armwinkel, zu Ende! Respekt!

Christian Marx, der nach dem Problem mit dem Öldruck im ersten Rennen von hinten starten musste, schaffte es in einer rasanten Aufholjagd den schnellen Morgen +8 vom Platz eins zu verdrängen. Das Duell zwischen Paul und Christian war eine Freude anzusehen, wie Sarah nach dem Rennen berichtete. Paul Conway im Morgan musste aber leider das Rennen wegen Ölverlust vorzeitig beenden. Das Öl auf dem heißen Auspuff verursachte eine so starke Rauchentwicklung, dass Paul blitzschnell aus Angst vor Feuer aus dem Wagen sprang. Sein Mechaniker kommentierte nach dem Rennen: "I have never seen Paul getting out of the car so fast!" So gewann Christian das Rennen, zweiter wurde erneut Marcel und dritter Philippe Vermast im Triumph TR4.

Ich konnte meine Position durch die Kupplungsprobleme nur mit Mühe bis ins Ziel verteidigen und nachdem ich den Fuß am Rennende vom Kupplungspedal nahm, fielen die Einzelteile in den Fußraum. Glück gehabt!

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